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Man kennt sie aus den Kinofilmen. Man hat sie gesehen, Waffen zu benutzen, die nie existiert haben, Uniformen zu tragen, die sie in Wirklichkeit nie getragen haben, unverschämte Übertreibungen in nichtrealistischen Szenen zu vollbringen. All das hat nicht dem geringsten mit dem wahren Geist der Ninja-Kämpfer und deren alten Kampfkunst und Philosophie: das Ninjutsu oder Ninpo. Weil die Wirklichkeit, meine Freunde, bei weitem die Filme übertrifft. |
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| Schatten und Vergangenheit | |||
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Die Ninjutsu-Tradition hat ihre Wurzeln in Zeiten, die 2.000 Jahre vor unserer Epoche liegen. Sie wird beschrieben als die Kunst des heimlichen Eindringens oder die Kunst unsichtbar zu sein und zu agieren. Die Ninjas wirkten als Geheimagenten während des japanischen Mittelalters (13es - 17es Jahrhundert) mit Sitz die Provinzen Iga und Koga. Sie gehörten den entsprechenden "Banden" dieser zwei Provinzen und den ungefähr 25 Schulen an, die in jener goldenen Zeit des Ninjutsu(1.192 - 1.333) blühten. Die Tätigkeit der Ninja endete um 1.550 herum, als Japan unter Hydejoshi Tojutori vereint wurde. Die "Banden" wurden weggetrieben, viele Führer und Meister getötet, während andere geflüchtet sind. Die Ninjas wurden -genau wie die heutigen Agenten- ausgebildet in Sabotage, Spionage, Brandstiftung, Entführung und Erpressung. Gleichzeitig hatten sie aber eine beachtliche Lebensphilosophie entwickelt, indem sie sich der Universumkenntnis immer näher kamen. Deren Kultur blühte in den unruhigen Jahren des japanischen Bürgerkrieges, während sie verschiedenen Feudalherren dienten, die nach Einfluss und Macht strebten. |
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| Ausbildung | |||
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Fast gleichzeitig mit der Geburt eines Ninja fing auch seine Ausbildung an. Schon in der Kindheit wurden sie Kenner aller Waffen und Werkzeuge des Ninpo. Sie verbrachten Tage und Nächte, indem sie auf Bäume kletterten, Flüsse überquerten oder große Distanzen mühelos durchliefen. Die Ausbildung beinhaltete noch Ausdauer ohne Atmung im Wasser, Hinaufklettern von Wänden und anderen Hindernissen. Grosse Bedeutung wurde der leiblichen Erziehung unter spielerischer Form beigetragen. In der Jugend studierten sie die Herstellung von Drogensubstanzen, Arzneimittel, Gifte sowie starken Explosivstoffen. Außerdem lernten sie verschiedene Methoden und Rezepte für die Hygiene und die richtige Ernährung. Eine spartanische Erziehung bereitete sie für die Schwierigkeiten des zukünftigen Lebens vor. Sie sollten brennender Kälte standhalten, für längere Zeit fasten können und stundenlang in Verstecken bewegungslos bleiben. Ein junger Ninja atmete geräuschlos, schaffte seinen Schatten weg und war in der Lage 100 km am Tag zu gehen. Sie trainierten verschiedene Aktions- und Fluchtstrategien, sowie Techniken wie man Folter aushalten kann. Mit anderen Worten sie wurden verwandelt in Superathleten, in perfekten Kampfmaschinen und erfinderischen Geheimagenten.
Genauso wie sie deren Körper trainierten, so bereiteten sie auch deren Geist und Seele vor.
Sie sollten auch in größter Gefahr kaltblütig bleiben und innerhalb von Sekunden ernste
Entscheidungen treffen. Sie wurden ausgebildet, deren Sinnesgefühle auszuweiten und einen
scharfen "psychologischen Blick" zu entwickeln. Was deren Instinkt betrifft, sie hatten es
geschafft, dieses in einem übernatürlichem Maß zu benutzen. Eine große Rolle für deren
Überleben spielte die Tatsache, dass sie die Möglichkeit eroberten, nicht denken zu können,
jedes Mal wenn sie wollten, vor allem im Kampf. Diese Geistkontrolle, die sie durch verschiedene
Meditationsmethoden lernten, war auch der zentrale Punkt deren geistigen Ausbildung. Es ist
erstaunlich, dass sie die siai-minjitsu Methode kannten, aus der die heutige Hypnose entstand.
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| Mörderische Waffen | |||
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Ein Ninja trug bei sich mehr Waffen als jeder anderer Krieger in allen Geschichtsepochen. Zu diesen zählen nicht nur die traditionellen Waffen, wie Schwert, Messer, Speer, Bogen und Pfeil, aber auch Pusterohr, explosive Gifte, sogar Bambusrohre mit versteckten Ketten oder brennenden Flüssigkeiten. Bekannt aus dem Kino sind die metallischen Wurfsterne, die Shuriken. Die Ninjas hatten sehr lange damit trainiert, so dass sie in der Lage waren, Ziele in der Größe eines heutigen Geldstückes treffen zu können. Die Waffen hatten gewöhnlich Werkzeugaussehen, um nicht bei den häufigen Kontrollen aufzufallen. Es ist bekannt, dass die Ninjas immer eine doppelte Identität pflegten, indem sie gleichzeitig einem Beruf nachgingen. So war es keine Überraschung, wenn ein Landwirt seine Gegner mit der Sichel "ernte" genau so gut wie seine Getreide oder wenn das Netz eines Fischers mit der gleichen Geschicklichkeit beim Hinterhalt angewandt wurde wie auf dem Meer.
Wegweisen für damalige Zeit waren auch deren Kenntnisse in den Explosivstoffen, da sie selber
Rauchbomben, Mienen, explodierende Pfeile und blendenden Handgranaten herstellten. Letztere
stellen auch den "Trick" für das plötzliche Verschwinden der Ninja dar.
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| Menschliche "Fliegen" | |||
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Die schwarzgekleideten Krieger erkannten der Organisation und der Ausrüstung der Mission sowie der Sicherstellung des anschließenden Entkommens große Bedeutung zu. Sie waren in der Lage Flüsse mit Hilfe von eigenartigen Konstruktionen, wie Ledersäcke, Fasse oder selbstentworfene Schwimmgürtel zu überqueren. Für das Hinaufklettern hatten sie verschiedene Leiterarten, Seile und Hacken ausgedacht. Außerdem benutzten sie an Händen und Füßen metallische Konstruktionen mit scharfen dornartigen Vorsprüngen, welche es ihnen erlaubten, wie "menschliche Fliegen" alle Hindernisse zu überspringen.
Deren Bekleidung war schwarz, da sie gewöhnlicherweise nachts agierten. Die Jacke besaß viele
Taschen, speziell angefertigt, um die entsprechenden Waffen unterzubringen. Über dem Gesicht
trugen sie Masken, während die Hosen breit wie Röcke waren und Knieverstärkungen hatten.
Die Uniform bewirtete Behälter für Nahrung und einen sack mit Kletterwerkzeug, Schreibmaterial
und Medikamente. Das Schwert wurde zwecks Bewegungsfreiheit auf dem Rücken getragen.
Im Winter trugen sie das "doka" mit, einen kleinen Metallbehälter, um sich warm zu halten und
außerdem konnten sie die darin enthaltenen Kohlen für Brandstiftungen benutzen. Man kann den
Ninja auch als eine Art Chamäleon betrachten, der bereit ist in jeder Kampfsituation mit einer
Vielfalt an Waffen und Hilfsmaterial zu reagieren. Sehr oft hat diese ganze Ausrüstung nicht
gereicht; Taktik und Strategie waren die Mittel zum Sieg.
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| Die Strategie der Ninja | |||
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Es gab sechs grundlegenden Regeln, die den Erfolg deren Geheimmissionen sicherten. Anonymität, Erkennung der feindlichen Ziele, Ansammlung vertraulicher Informationen, Irreführung des Gegners, Anerkennung der vom Feind verwendeten Taktiken und Verbergung der eigenen Vorgehensmethoden. Ein Erfolgsgeheimnis war deren Beharren auf Anonymität oder wie sie selber sagten, "kein Gewerbe-kein Name". Es ist auch bekannt, dass im Falle einer Festnahme sie deren Gesicht mit dem Messer so schrecklich zerfleischten, um nicht erkannt zu werden. Aus diesem Grund sind auch die geschichtlich bekannten "Ninja-Helden" so wenig! Es genügte nur deren List und Überraschungseffekt, um den Gegner außer Gefecht zu setzen. Sie waren exzellente Schauspieler, konnten sich perfekt schminken und benutzten sogar Horrormasken, um dem Gegner Angst einzujagen. Sie nutzten den Aberglaube jener Zeit bestens aus und streuten Panik unter deren Feinde. Sie flohen aus Hinterhalten, indem sie Vogelstimmen nachahmten und konnten sich locker als Bettler, Stassenmusikanten, Händler oder sogar als Samurai verkleiden. Kennzeichnend ist der Spruch:«Der leichteste Weg in eine Burg einzudringen, ist eine Einladung zum Abendessen vom Hausherren selbst!».
Es liegt auf der Hand, dass die Spionage der Ninja eine beachtliche Kunst war, und das
Jahrhunderte bevor die ersten Geheimagenten des Westens erschienen sind.
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Die Kunst des Ninjutsu ist nicht entstanden um der Spionage zu dienen oder Mörder zu schaffen. Das Leben eines Ninja, seine Pflicht perfekt zu erledigen und sein Drang zur persönlichen Vervollkommnung stellen sicherlich ein leuchtendes Beispiel sogar für unsere heutige Zeit dar. In seinem Leben gab es keinen Platz für Mittelmäßigkeit oder Zögern. Von seiner Geburt an bis zu seinem Tod suchte er nach der leiblichen und intellektuellen Perfektion. Er schaffte einen Charakter und eine Persönlichkeit scharf wie die Pfeile, welche in dem Bogen seines Herren, dem er diente, sich zu perfekten Waffen verwandelten. Und wer ist in der Lage zu urteilen, wer der Gute und wer der Böse ist, in einem Land, das von einem Bürgerkrieg heftig gerissen wurde?
Ninjutsu ist eine Lebensart, die -wie der heutige Führer und Meister der Kunst Masaaki Hatsumi
sagt- ein Herz «klar wie einen Diamanten» fordert. «Die Aristokraten der Kampfkünste», die
«letzten Ritter ohne Rüstung» sind nicht im 16en Jahrhundert in Japan ausgelöst
worden, sondern übertragen die beruhigende Wahrheit auch heute noch ...
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